Unsere Aktivitäten der Jahre 2024 und 2025

2. März 2026

Auf der Jahreshauptversammlung der VVN-BdA Essen am 16. Januar 2026 konnten wir auf folgende Aktivitäten der Jahre 2024 und 2025 zurückblicken.


1.) Fortführung der Gedenken an die Opfer und WiderständlerInnen in Essen.

Wir haben die Stolperstein-Putzaktionen fortgeführt, um am 9. November an die Verfolgten zu erinnern. Diese Aktion wurde mittlerweile von Initiativen und Schulen in der Stadt aufgegriffen.

Im November 2024 gab es in der Stadtmitte anlässlich der Pogromnacht die Aktion SCHERBENSPUR mit Textlesungen.
Neue Steine wurden für WiderstandskämpferInnen in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte verlegt.


Hervorheben möchten wir die Verlegung für 4 Mitglieder der Familie Weinand in Frohnhausen. Zwei Brüder sowie eine Schwester wurden aus politischen Gründen verfolgt, eine andere Schwester, weil sie Zeugin Jehova war. An der Veranstaltung nahmen auch Familenangehörige teil und insgesamt etwa 80 Personen. Aktuell sind weitere Stolpersteine bzw. Gedenktafeln in der Planung. 


2.) Aktionen gegen Neonazis in Essen
Wir haben in Bündnissen, wie z.B. Essen stellt sich quer (ESSQ), Steele bleibt bunt und aktuell in Kray gegen die Nazis demonstriert. Besonders die Aktionen gegen die AFD (z.B. Parteitag in Essen 2024) wurden von uns durch Redebeiträge und Teilnahme vieler VVN-Mitglieder unterstützt. Solidarisch beteiligten wir uns an den Protest-und Gedenkkundgebungen der DIDF (Förderation demokratischer Arbeitervereine) zu den Morden von Hanau sowie mit einem Infostand beim Festival der DIDF in Köln.


3.) Erhalt des Frieden

Bei Veranstaltungen des DGB und des Essener Friedensforums beteiligten wir uns z.T mit Redebeiträgen wie am 1. Mai und dem Antikriegstag am 1. September.  Zudem nahmen wir teil an den jährlichen Aktionen gegen den Luftwaffenstützpunkt in Kalkar und Uedem sowie der Kundgebung
gegen die JAPCC-Konferenz (Joint Air Power Competence Centre). Gegenwärtig unterstützen wir die (SchülerInnen-)Proteste gegen die neue Wehrpflicht als Teil der Militarisierung unseres Landes.


4.) Geschichtsarbeit

Im letzten Jahr hatten wir eine Lesung zum Buch „Verweigerte Rückkehr“ über Hans Frankenthal. In Zusammenarbeit mit der VHS hatten wir zwei Veranstaltungen: Zum einen die Lesung „Verfolgung und Widerstand in Essen“ mit den Kindern des Widerstands. Das sind unsere Mitglieder, deren Eltern(-teile) aktiv im Widerstand waren. Zum anderen haben wir einen Vortrag zum Thema „80. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und Krieg“ angeboten. Dazu kommen noch zwei Gedenkspaziergänge mit großer Beteiligung, die an Orte des Verbrechens führten (sogenannte arisierte Kaufhäuser, Gebäude von Naziorganisationen oder Orte der Deportation).  

Die Gedenkstätte Schwarze Poth am Citycenter sollte nach Plänen der Stadtverwaltung ersatzlos abgerissen werden. Unter Anderem aufgrund unseres Protestbriefes an den OB und den Kulturdezernenten soll es einen Ersatz geben. An den Entwürfen wollen wir
uns weiter beteiligen.
Am 3. August gab es die Einweihung einer Gedenktafel in Erinnerung an die Deportationen der Sinti und Roma aus Essen. Die Gedenktafel wurde auf Antrag von VVN-BdA und Anti-Rassismus-Telefon (ART) errichtet. Ebenso wie ein Vertreter des Landesverbandes der Sinti und Roma haben wir – auch in Vertretung des ART – eine Rede gehalten.

Wiederholt bekamen wir Einladungen von Schulen und den Verdi-Senioren zu Vorträgen über Verfolgung und Widerstand. Wochenendfahrten zu KZ-Gedenkstätten mit der DGB-Jugend fanden in den Jahren 2024 und 2025 leider nicht statt. Neue Planungen sind in Arbeit, z.B. steht eine Tagesfahrt zur Wewelsburg in Westfalen an.

Zwei unserer Mitglieder sind ausserhalb von Essen in der Lagergemeinschaft Buchenwald und im Internationalen Komitee Buchenwald-Dora tätig. Sie werden dort künftig auch Führungen anbieten. Ein weiteres Mitglied engagiert sich seit vielen Jahren in der Lagergemeinschaft Ravensbrück Freundeskreis e.V.